Mit Fokus bewusster trainieren (Tipps gegen Motivationstiefs)

Ich habe angefangen, mir vor jedem Training einen Fokus zu setzen. Eine Intention, ein Thema, das mich durch die Session begleitet.

Manchmal ist dieser Fokus technisch: hohe Compression bei Gymnastics oder eine bestimmte Position im Lift. Manchmal geht es darum, konzentriert zu bleiben, jeden Lift zu geniessen oder einfach zwischendurch bewusst zu lächeln.

Seit ich das mache, fühlen sich meine Sessions fokussierter an. Ich arbeite mein Programm weniger einfach ab, sondern beschäftige mich bewusster mit dem, was ich gerade tue. Für mich wird das Training dadurch auch effektiver.

Eine Idee aus dem Yoga

Im Yoga wird häufig zu Beginn einer Praxis eine Intention gesetzt. Diese Idee gefällt mir auch fürs CrossFit und Gewichtheben: kurz bei mir ankommen und entscheiden, was mich heute durch mein Training begleiten soll.

Dafür brauche ich kein langes Ritual. Ein kurzer Moment vor dem Warm-up reicht. Wie bin ich heute da? Was beschäftigt mich? Was würde mir in dieser Session helfen?

Die Antwort darf jeden Tag anders sein. Manchmal brauche ich mehr Ruhe, manchmal mehr Entschlossenheit. Manchmal möchte ich an einer technischen Feinheit arbeiten. Und manchmal möchte ich wieder etwas mehr Freude in mein Training bringen.

Wenn die Motivation fehlt

Auch wenn ich meinen Sport liebe, gefällt mir nicht jede Trainingsphase gleich gut. Es gibt Einheiten, auf die ich mich freue, und andere, bei denen ich mich erst einmal überwinden muss. Besonders bei Dingen, die ich (noch) nicht so gut kann, fällt es mir schwer mich zu motivieren.

Gerade dann hilft mir eine Intention. Wenn ich mich die ganze Zeit damit beschäftige, was mir am Programm nicht gefällt, wird die Session schnell zäh. Wähle ich einen konkreten Fokus, finde ich eine Aufgabe, mit der ich arbeiten kann.

Vielleicht steht eine Übung an, die ich nicht besonders mag. Dann kann mein Thema sein, jede Wiederholung bewusst auszuführen. Vielleicht fehlen die schweren Lifts, auf die ich Lust hätte. Dann möchte ich die leichteren Versuche nutzen, um eine Position genauer zu spüren.

Vielleicht habe ich heute keine Energie, weil mein Tag streng war. Dann ist meine Intention einfach: ich bin da und ich mache, was heute und jetzt möglich ist.

Das Programm wird dadurch nicht plötzlich zu meinem Lieblingsprogramm. Aber ich finde einen eigenen Zugang dazu. Ich kann meinen Kopf ein bisschen überlisten und muss weniger mit meiner fehlenden Motivation diskutieren.

Den Fokus beim Skalieren verschieben

Besonders während meiner Verletzung merke ich, wie stark meine Bewertung einer Session davon abhängt, worauf ich schaue.

Wenn ich mich nur damit beschäftige, was gerade nicht möglich ist, fühlt sich angepasstes Training schnell unbefriedigend an. Ich vergleiche die Session mit dem, was ich eigentlich machen möchte oder vorher machen konnte.

Verschiebe ich meinen Fokus, kann ich auch in einer veränderten Session ein sinnvolles Ziel finden. Das kann eine saubere Ausführung sein, Geduld mit meinem Körper oder die Konzentration auf das, was ich aktuell trainieren kann.

Die Enttäuschung darf trotzdem da sein. Ich muss eine Einschränkung nicht schönreden. Aber ich kann beeinflussen, womit ich mich während des Trainings beschäftige und woran ich den Wert meiner Session festmache.

Das gilt auch in anderen Lebenslagen. Wenn Arbeit, Schlaf oder private Belastungen weniger Raum fürs Training lassen, darf sich mein Fokus mitverändern. Vielleicht möchte ich dann für eine halbe Stunde ganz bei der Sache sein und die Bewegung geniessen.

Falls dich das angesprochen hat, frage dich: Welche Intention möchtest du in dein nächstes Training mitnehmen?

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