Eine starke Basis: Warum du (fast) immer skalieren solltest
Als ich mit Crossfit begann, haben mich all diese fast paced und flashy Übungen fasziniert. Scheinbar mühelose Kipping Bewegungen, schnelles Barbell Cycling und Burpees als Erholungsübung. Dass eine solche Leistung eigentlich eine über Jahre aufgebaute gute Basis braucht, war mir lange nicht klar. Ich war ungeduldig und wollte direkt zum Ziel.
Also wählte ich die Abkürzung. Ich konnte immerhin strikte Pull-Ups, bevor ich die Kipping Variante lernte. Beim Muscle Up und Handstand Push-up sah es jedoch anders aus. Glücklicherweise hatte ich vom Schwimmen starke Schultern, so dass ich mich nie verletzte. Jedoch musste ich schnell feststellen, dass ich die Übungen zwar kann, dass mir jedoch das Volumen fehlte. Mir fehlte die Kraft die korrekten Positionen zu halten (auch im Kipping sehr wichtig), so dass ich sehr ineffizient arbeitete.
Dasselbe Spiel spielte ich im Gewichtheben. Hier hatte ich sehr viel Kraft, jedoch glich ich damit fehlende Technik aus. Ab einem bestimmten Gewicht ist dann Schluss, bis man den weiten Weg von Anfang an geht und die Technik von Grund auf lernt.
Die Basis ist also bei allem Key. Bei der Ausdauer die Zone2 Einheiten, beim Gewichtheben die 70% Blöcke, bei den Gymnastics die strikten Sätze. Wir müssen unsere Basis stärken, bevor wir in den Kipping Movements, den Highskills, den schnellen Ausdauerintervallen und den schweren Gewichten wirklich gut und sicher performen können. Und ja, das braucht Zeit.
Wir würden gerne alles gleich sofort und parallel angehen. Aber macht es nicht mehr Sinn sich für eine Zeit auf eine Sache konzentrieren und erst dann einen Schritt weiterzugehen? Gehst du zu früh an die Skills oder Gewichte machst du einen Umweg, glaub mir. Es ist zwar leichter für den Kopf im Moment, aber auf lange Sicht lohnt es sich nicht.
Wenn wir lernen die Basis zu geniessen und unser Ego aussen vorzulassen, dann spielt es keine Rolle, wo wir stehen, Training macht wegen des Trainings selbst Spass. Und nicht wegen einer Platzierung auf dem Leaderboard. Oder weil wir einen bestimmten Skill können. Sondern weil wir Spass an der Bewegung haben und dem Gefühl, das es uns gibt.
Spielt es eine Rolle, ob ich meinen Trizeps mit Push ups auf der Box oder mit Ring Dips trainiere? Oder meinen Bizeps mit Box supported Pull ups oder Butterfly Chest to bar? Wie viel Gewicht ich auf der Stange habe? Warum sollte ich mich eine Stunde lang unsauber bewegen in einer Übung oder mit einem Gewicht, das ich nicht kontrollieren kann, um mir dann schlechte Bewegung anzueignen?
Die Frage ist, wie kannst du die Basis lieben lernen und in jedem Training einbauen. Denn wenn du das tust, machst du ohne jede Frage täglich Fortschritte und gehst immer den direkten Weg.
Versuch immer den gewollten Stimulus zu treffen, nicht RX um jeden Preis.
Konzentriere dich immer darauf jede Übung so sauber wie möglich auszuführen. Das macht die Übung direkt anspruchsvoller und reizvoller und du kannst dich nicht mehr darauf konzentrieren, dass du nicht auf dem jetzt gewollten Level arbeitest.
Mach dir bewusst, wie dir diese Basis mehr hilft in der Traumübung besser zu werden (und zwar direkt und nicht über einen Umweg mit schlechter Ausführung und Verletzungen).
Wettkampf ist nicht Training. Klar, dort musst du die vorgegebenen Gewichte stemmen, aber im Training macht das meist keinen Sinn.
Mach dir bewusst, dass skalieren (nach oben und unten) normal ist. Wir alle sind verschieden, warum also sollten wir alle genau dieselbe Übung machen?
Ich wünsche dir viel Spass im Training, wie auch immer es aussieht und ganz viel Geduld, denn damit kannst du alles, was du willst, lernen.