Welche Chancen du im Warm-up verpasst

Als ich mit Sport begann, machte ich vorwiegend HIIT-Workouts auf YouTube bei mir zu Hause auf der Matte. Meist gab es keine Warm-ups im selben Video, man musste dazu ein weiteres Video anklicken. Weil ich auch meist erst im letzten möglichen Moment trainierte (so gegen Mitternacht), hatte ich oft keine Zeit oder Lust dazu. Es nervte mich, dass ich angeblich nur 20 Minuten HIIT-Training zu absolvieren hatte, dort drin das Warm-up aber nicht inbegriffen war. Also trainierte ich meistens ohne mich aufzuwärmen. Es erschien mir einfach zu mühsam und anstrengend, ich bewegte mich ja nachher sowieso.

Im Crossfit veränderte sich meine Meinung zum Warm-up. Anfangs war ich froh darum, denn manchmal wurden im Warm-up die Übungen des Workouts vorgestellt, man machte Progressions und konnte sich als Anfänger erstmals ins Thema einfinden. Dann kam eine Phase, in der ich viel allein trainierte und die Warm-ups wieder kürzer wurden. Mir fehlte das Wissen, was im Aufwärmen Sinn machte und was nicht und mein Programming enthielt anfangs keine Warm-ups. Als ich anfing zu Coachen und mich auch selbst mehr mit meinem Training und dem Programming auseinandersetzte betrachtete ich das Thema von einer anderen Seite. Ich lernte das Warm-up für ganz unterschiedliche Dinge zu schätzen.

  1. Es ist gratis Basistraining. Oft geht man die Basics durch, baut bereits eine kleine Progression ein. Auch wenn du DU kannst, schadet es nie SU zu machen. Gerade da kannst du auf sehr saubere Technik achten und dieses Gefühl dann in die DU mitnehmen. Ohne, dass du in der Openbox einen Technikblock einschieben musst oder auf eine Gymnasticsstunde hoffen musst.

  2. Egal wie gut du bist, back to Basics ist immer wertvoll. Je besser du die Positionen halten kannst (Gewichtheben oder Gymnastics), desto effizienter und gesünder bewegst du dich. Jedes Warm-up macht dich also effektiver und besser in der Zielübung.

  3. Du kannst es auch als zusätzliches gratis Krafttraining sehen. Push-Ups beispielsweise habe ich fast ausschliesslich im Warm-up (bei den Inchworms beispielsweise) geübt und wurde allein dadurch besser.

  4. Das Warm-up bereitet dich auf die darauffolgenden Bewegungen vor und beugt Verletzungen vor.

Heute mache ich ein umfassendes Warm-up mit neuroathletischen Übungen (diese ersparen mir viel Zeit), Mobility sowie Kraftübungen. So habe ich in einem kurzen Cycle alles drin, was ich normalerweise sonst extra üben würde, und bin perfekt aufgewärmt. Es wurde von einer unangenehmen Pflicht zu einem Trainingsblock, den ich nicht mehr missen würde.

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Die 80/20 Regel

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Eine starke Basis: Warum du (fast) immer skalieren solltest