Die 80/20 Regel

Die 80/20-Regel besagt, dass du versuchst, 80 % möglichst optimal umzusetzen und bei den restlichen 20 % aber bewusst etwas lockerer bleibst. Dieses Prinzip funktioniert sowohl im Training als auch in der Ernährung.

Im Training bedeutet das: Du gibst dein Bestes, etwa 80 % deiner Einheiten sinnvoll und strukturiert zu gestalten. Die übrigen 20 % dürfen ruhig einmal vom Plan abweichen. Du musst dich also nicht verrückt machen, wenn dein Gerät besetzt ist und du improvisieren musst. Oder wenn du dich an einem Tag nicht fit fühlst und das Workout skalierst, was übrigens oft die bessere Entscheidung ist. Vielleicht gehst du am Wochenende auch lieber mit Freunden wandern, anstatt ins Crossfittraining.

Solange du deine 80 % erfüllst und konsequent dranbleibst, wirst du Fortschritte machen. Gleichzeitig verlierst du weder die Freude noch die Leichtigkeit am Sport. Du bleibst offen für Neues, bewegst dich auch ausserhalb des Gyms und integrierst Sport in deinen Alltag, genau so, wie es die CrossFit-Pyramide vorsieht. Unser Körper ist dafür gemacht, sich zu bewegen, und nicht nur, um vor dem Spiegel gut auszusehen.

Dasselbe gilt für die Ernährung. Nutze die Gelegenheiten, in denen du bewusst eine bessere Wahl treffen kannst: ein ausgewogenes Frühstück statt eines Nutellabrots, eine zusätzliche Portion Gemüse in der Cafeteria oder eine Banane statt eines Schokoriegels vor dem Training. Gleichzeitig musst du dir nichts verbieten. Die anderen 20 % dürfen problemlos Platz für Genuss haben. Iss die Nachos im Kino. Geh mit Freunden essen und bestell das, worauf du Lust hast.
Genau dadurch entsteht eine gesunde Balance. Du musst nicht ständig verzichten und hast oft deutlich weniger Heisshunger, weil keine Lebensmittel verboten sind. Essen ist für uns nicht nur Nahrungsaufnahme. Es bedeutet auch Genuss, Gemeinschaft und Lebensqualität.

Was ich an der 80/20-Regel besonders schätze, ist die Gelassenheit, die sie mir gibt. Ich trainiere heute weniger verbissen, muss keine Kalorien mehr zählen und sage auch spontanen Restaurantbesuchen nicht mehr ab. Solange ich meine Balance halte, fühlt sich mein Alltag entspannt an und genau das gibt mir Sicherheit.

Natürlich klingt das alles einfacher, als es in der Realität oft ist. Ich habe Jahre gebraucht, um diese Denkweise sowohl im Training als auch in der Ernährung wirklich zu verinnerlichen. Und auch heute gibt es noch Tage, an denen es mir schwerfällt, locker und spontan zu bleiben. Der Unterschied ist aber: Ich habe einen Weg gefunden, der langfristig funktioniert. Einen Weg, der Leistung ermöglicht, ohne dass dabei die Lebensqualität auf der Strecke bleibt. Denn Konstanz schlägt Perfektion in jeder Hinsicht.

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